Japanblog 2013

Martins Reiseberichte auf einen Blick!

Auch in diesem Jahr werde ich versuchen, auf dieser Seite regelmäßig die Erlebnisse unserer Japanreise festzuhalten. Wir starten am 02. Juli gegen 8:00 Uhr mit der Linie 6 zum Bremer Flughafen.

Wir freuen uns sehr über alle, die unsere Reise lesend oder kommentatorisch begleiten wollen.

Herzlich, Ihr/Euer
Martin Jaser (Ma Chan)

 
27. Juli - Tag 25: Berühmte fünf Minuten

Um 7:40 Uhr früh (siebenuhrvierzig!) müssen wir im Sender sein. Das heißt um 6 Uhr aufstehen. Gar nicht so einfach, weil natürlich gerade heute Nacht sich einige Kätzchen zum Katzenkonzert getroffen haben. Sonst ist es außer den durchlaufenden Fernsehern ja ziemlich still in unserer Gegend, deshalb war das Gejammer wohl besonders laut.

Völlig gerädert machen wir uns schick und ziehen los. Wir proben mit den Moderatoren und dem ganzen Team zweimal durch, dann beginnt die Sendung. Gegen zehn kommen dann unsere berühmten fünf Minuten. Wir müssen sagen, wie unser Eindruck über Tottori ist (Sanddüne, Meer, Angeln, nette Menschen) und was wir bei starker Hitze machen (Bier trinken, nichts machen), alles streng im Timing.

Als alles vorbei ist, werden wir von den Moderatoren und dem ganzen Team verabschiedet mit der Bitte, wieder zu kommen.
Es gibt noch ein schönes Anschiedsfoto. Leider passiert dann ein kleiner Unfall, in dem Motokos Oboenbecher leicht beschädigt wird. Aber sonst scheint alles zu funktionieren.

Der restliche Tag ist geprägt von "Heavy-Touristik": Wir fahren an der Küste entlang zu einem tollen Restaurant, das wir schon vom letzten Jahr kennen, dann an eine kleine Bucht, wo man die Füße ins Wasser stecken oder auch Schwimmen und Schnorcheln kann, dann eine Bootsrundfahrt entlang der herrlichen und naturgeschützten Felsenküste, anschließend natürlich noch zur berühmten Tottori-Düne und abschließend ins heiße Bad, das Onsen. Nayoungs Eltern scheinen wahre Onsenfans zu sein.

Es sind heute eigentlich alle dabei: Neben Familie Nayoung unsere Mutti, der Onkel, Tante Sanae und unser Cousin T-Chan, den wir einmal in Tokyo besucht haben und der auch auf unserer Hochzeit in Deutschland war. Eine fröhliche Gesellschaft, aber am Ende sind doch alle todmüde.

Wir kehren zurück und das Ensemble Kokopelli beschließt, doch noch eine Probe zu machen. Keine gute Idee: Wir schleppen uns von Takt zu Takt, eigentlich hat niemand was zu sagen. Also beenden wir um 10 Uhr die Probe

Motoko und ich wollen endlich nach Wochen der guten Ernährung mit japanischem Essen eine kleine Sünde begehen: Wir kehren bei Mosburger ein. Erraten, es handelt sich um ein Fast-Food-Restaurant. Erst einmal schmeckt es interessant, doch stellt sich nach einer Weile eine gewisse Langeweile und der spezifische Fast-Food-Geschmack in Mund ein. Naja, Reis-Burger ist ja auch mal eine interessante Erfahrung, müssen wir aber so schnell nicht wieder machen.

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26. Juli - Tag 24: Vom Shinto-Schrein zum Fernsehstudio

Heute morgen erledigen wir alles, was so ansteht. Vor dem Mittagessen machen wir einen kurzen Besuch im Shinto-Schrein bei Ioko-San, der Priesterin, die im letzten Jahr unsere Zeremonie durchgeführt und uns auch sonst viel geholfen hat.

Motoko holt Nayoung und ihre Eltern vom Bahnhof ab und bringt sie in das Hotel an der Universität. Ich kann leider nicht mit, weil Muttis neues Auto nur Platz für vier Personen bietet. Da habe ich ja mal endlich Gelegenheit zum Üben.

Am Nachmittag treffen wir Frau Müller (oder auch Ines-San), die in der Stadtverwaltung arbeitet. Wie vorher Herr Schulz ist sie über ein Austauschprogramm nach Tottori gekommen und kann hier für einige Jahre arbeiten.
Wir besuchen ein nettes Café, das Motoko wohl auch noch nicht kannte, und müssen uns nach viel zu kurzer Zeit wieder trennen, da wir zur Mikrofonprobe in den Sender müssen. Ich hoffe doch sehr, dass wir Ines-San bald wieder einmal treffen können.

Herr Kono erwartet uns bereits. Die Mikroprobe läuft sehr entspannt. Alle sind sehr nett, aber auch sehr professionell.
Nachdem wir unser Stück zwei- oder dreimal durchgespielt haben und die Mikrofone eingestellt sind, können wir uns gleich abhören. Der Tonmeister mischt uns noch schön zusammen, bis wir zufrieden sind. Allerdings wird morgen wirklich live gespielt; keine vorher produzierte Konserve. Also müssen wir uns doch bemühen und es wird spannend ;).

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25. Juli - Tag 23: Bilder einer Ausstellung

Wir schlafen ein bisschen länger aus, um uns von der anstrengenden Reise zu erholen. Für ein Tottori-Chicken jedenfalls sehr aufregend!

Um 10 Uhr sollen wir die abgeholten Bilder im Ausstellungsraum abgeben. Wir wollen schnell rein und schnell wieder raus. Denkste, nicht im wohlorganisierten Japan!
Zunächst ist niemand da, der mit uns spricht. Lediglich eine Künstlerin ist anwesend, die mit sich selbst und dem Hausmeister beschäftigt ist. Unser Kontaktmann Saito-Sensei (oder besser Professor Saito) kündigt sich telefonisch mit einer halben Stunde Verspätung an und bittet uns, die Bilder doch gleich auszupacken.
Wir tun unser Bestes. Es ist ja ein bisschen wie Weihnachten. Wir fördert die hübschen Werke unseres koreanischen Künstlers zutage. Auch die Bilder der anderen Künstler scheinen sehr schön zu sein.

Saito-Sensei kommt, wir übergeben endgültig und machen vor dem Mittagessen noch einen Abstecher in einen koreanischen Laden, um für unsere Konzerte zu werben. Die Besitzerin scheint so eine Art koreanisches Netzwerk zu unterhalten. Immerhin haben wir in der Gruppe ein koreanisches Mitglied, spielen ein koreanisches Stück und bringen einen koreanischen Komponisten, seinen koreanischen Assistenten und seinen koreanischen Chef-Professor mit.

Nachmittags besucht Motoko eine Freundin und hält Frauengespräche, ich halte lieber ein Schläfchen. Als sie zurückkehrt können wir endlich ans Meer fahren. Es ist schon spät, der Strand ist fast schon menschenleer. Eine Gruppe Jugendlicher begrüßt mich mit "Hello" und "How are You". Ganz schön frech, die Tottori-Jugend. Ich lache und winke.
Wir schwimmen ein bisschen, bis uns die Quallen beißen, dann sehen wir gemütlich dem Sonnenuntergang zu. Schade, dass unser Fotoapparat diese Farben nicht wiedergeben kann!

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23./24. Juli- Tage 21 und 22: Die Reise nach Kobe

Wir erledigen am Vormittag dies und das, dann geht es nach einem kurzen Mittagessen los auf die große Reise. Wir werden Na-Young und ihre Eltern treffen, die dann von Kobe aus noch eine kleine Urlaubsreise machen.

Wir kommen am Abend nach etwa zweieinhalb Stunden Fahrt an. Da wir keine Navi haben, haben wir uns mit Karten vorbereitet. Wir verfahren uns nur einmal in Kobe, und das so geschickt, dass wir zufällig direkt am Hotel herauskommen. Kobe ist auch nicht so kompliziert.

Für einen Menschen aus der Provinzstadt Tottori ist eine Fahrt in eine größere Stadt eine aufregende Sache. Der Verkehr läuft doch ungemein schneller und die Großstadtfahrer sind schon sehr gemein! Tottori-Autos haben übrigens in diesen Städten den Spitznamen "Tottori-Chicken" (Tori = Vogel).
Aber Kobe geht gerade noch, Hiroshima ist ganz schwierig, Osaka und Tokyo werden von den Tottori-Chicken grundsätzlich gemieden

Nach Ankunft und Chick-in im Hotel machen wir einen schönen ausgedehnten Abendspaziergang durch Kobe und kommen auch durch den Bezirk, wo nach der Öffnung Japans viele ausländische Kaufleute ihre Residenzen aufgebaut haben. Natürlich im jeweiligen heimischen Stil. Also gibt es ein englisches Haus neben einem spanischen neben einem chinesischen neben einem ... sogar Fachwerk konnten wir bestaunen. Eines wie das andere sehr herrschaftlich.
Nach dem Spaziergang durch das nächtliche, bunt leuchtenden Kobe kehren wir in ein Takoyaki-Restaurant ein. Takoyaki sind Teigbällchen mit einem Stück Tintenfisch drin (Tako = Tintenfisch). Speziell in Kobe ist man das in der Suppe.

Am nächsten Morgen kaufen wir Tickets für den "Loop-Bus", ein Bus der rundherum fährt und die Touristen an den wichtigsten Plätzen absetzt. Zuerst besichtigen wir den Hafen mit dem Kobe-Riesenkarpfen, dem Kobe-Port-Tower und das Erbeben-Memorial. Mittags geht es nach Chinatown, wo wir gleich günstig und lecker chinesisch essen.
Mit dem Haus der Meister und dem "Ausländerviertel" Kyū kyoryū-chi schließen wir unsere Rundreise ab und kehren an den Bahnhof zurück. Dort nehmen wir zunächst einen Kaffee ein und warten dann in der Lobby des Bahnhofhotels auf unsere Kollegin Na-Young.

Wir begrüßen Na-young und ihre Eltern, die eben mit den koreanischen Werken in Osaka angekommen und nach Kobe weiter gereist sind. Nachdem wir die Bilder übernommen haben, wegen denen wir eigentlich hier sind, machen wir uns am Abend gemütlich auf den Weg nach Hause.

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Familie Matsuda-Jaser reist heute nach Kobe. Wir treffen dort Nayoung und ihre Familie, die eben aus Korea anreisen. Nayoung übergibt uns die Bilder des koreanischen Künstlers KIM CHOONG-SOON, der im Rahmen des Ara Kanpany Kulturfests ausstellen wird.
Das Ensemble Kokopelli ist dann endlich komplett in Tottori, Japan am 26. Juli zur Ara Kanpany Festvaleröffnung.
22. Juli - Tag 20: Der Kreislauf des Lebens im Doppelkonzert

Wieder ist es ein heißer Morgen, ein neuer sehr warmer Tag kündigt sich an.
Wir werden heute mit dem Trio Tanabata zwei Auftritte unterschiedlicher Art haben. Beide Termine bestreiten wir aus mehr oder weniger altruistischen Motiven.

Zunächst geht es am Morgen in den "Weiße Lilie"-Kindergarten, den auch der Sohn unserer Pianistin Mai besucht. Wir wollen etwas für die Nachwuchsarbeit tun und können gleichzeitig ein bisschen Werbung für das Ara Kanpany Kulturfest machen.

60 Kinder im Alter von 2 bis 5 Jahren erwarten uns gespannt. Als sie in den Vorführungsraum gebracht werden sind alle erstaunlich leise und diszipliniert. Das ändert sich, als wir mit unserem Konzert beginnen. Es scheint allen großem Spaß zu machen. Fagott kennen sie auch schon, eine Fagottistin war schon mal hier. Das Fagott scheint in Japan ein inflationäres Instrument zu sein;).
Wir spielen viele Stücke zum Mitsingen und natürlich unsere Highlights: Das Warabekan-Medley und unsere lustigen "Musikanten im Wald". Die Kinder belohnen uns mit selbst gebastelten bunten Ketten, Fächern und Knetmasse-Rosen.

Wir essen - wie immer sehr lecker - in einem Restaurant am Hafen zu Mittag und machen uns auf den Weg zum Seikyou-Krankenhaus. Teilweise hat hier unsere musikalische Geschichte in Tottori begonnen, weil wir in der Station, wo Motokos Großmutter bis zu ihrem Tod gepflegt wurde, ein Krankenkonzert als Dank geben wollten. Hier haben wir auch den Chefarzt Saito-Sensei kennen gelernt,der auch einer der Kulturfest-Gründer ist. Seither sind wir jedes Jahr dort.

Es ist eine Art Palliativ-Station. Die Patienten hier sind Fälle, für die es keine Lösung mehr gibt. Wir wollen mit unserem Konzert eine schöne Stunde bescheren und den Patienten Mut machen.
Neben unseren Highlights besteht unser Programm jetzt eher aus japanischen Liedern, die die Patienten mitsingen können. Außerdem erzählen wir und Herr Joman nochmal sein neues Musikmärchen "Die Bremer Stadtmusikanten". Auch hier hören alle gerne zu und sind sehr dankbar für die gute Stunde Musik.

Das Erstaunliche an diesem Tag:
Wir hatten Publikum, das gerade eben zu Laufen lernte und Menschen, die am Ende ihres Lebens das Krankenbett nicht mehr verlassen werden. Bei beiden Auftritten war die Reaktion oder die Energie, die aus dem Publikum kommt, unglaublich stark, aber auch sehr unterschiedlich:
Die Freude und Begeisterung der Kinder motiviert dazu, selbst wieder unbeschwert und tatendurstig in die Welt zu blicken.
Wenn aber ein älterer und schwerkranker Mensch aus Freude über ein altes Lied weint, so denke ich daran, dass man vor allem das gegenwärtige Leben bewusst genießen soll. Erinnerungen sind ein Schatz und währen unser ganzes Leben lang.

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21. Juli - Tag 19: Ein heißer Ruhetag

Ich habe wirklich schlecht geschlafen. Liegt das an der Hitze, die selbst nachts nicht mehr nachlässt oder an dem Biru-Pflaumenwein-Korn-Gemisch des letzten Abends? Ich vermute mal beides.

Da wir am Abend wieder gesellschaftlichen Verpflichtungen nachkommen wollen, legen wir heute einen Pausentag ein.
Es ist wieder brütend heiß - zu heiß für Strand oder Onsen (heiße Quellen).
Mittags begeben wir uns in ein Spaghetti-Restaurant und genießen verschiedene Nudelvariationen. Ich nehme Spaghetti-Mentaiko (sehr feine Fischeier, aber sehr scharf!)/Thunfisch/Seetang. Die Mischung mag merkwürdig klingen. Tatsächlich hat es so gut geschmeckt, dass ich mir vornehme, dieses Gericht zu Hause in Deutschland öfters zu kochen.

Nach dem Essen besuchen wir eine Konditorei, die bekannt für ihre westlichen Spezialitäten ist, und nehmen Kaffee und drei Stück Kuchen ein (natürlich zusammen, nicht jeder). Glücklich und gefüllt kehren wir nach Hause zurück und verbringen den Nachmittag mit einem Schläfchen.

Abends dann wieder Biru, Biru und tolle Leckereien. Von Sashimi über frittierte Schnitzel, Tintenfisch und Pommes (ja richtig gelesen!) über Salat zu Okonomiaki und Bratnudeln. Ich kann mich gar nicht mehr an alles erinnern.
Wir treffen uns mit einigen Bekannten Motokos, die alle irgendwie nebenbei Musik machen. Alle sehr nett! Man spricht über das Tottori Jahresereignis des Abends: Nicht die bundesweite Wahl sondern das heutige NHK-Konzert mit dem Stargast Emmanuel Pahud (den ich auch sehr toll finde!).

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20. Juli - Tag 18: Fünf-Sterne-Essen und ein feuchter Abend

Die kleine kühle Erholungspause der letzten beiden Tage ist vorüber. Die kommenden Tage versprechen sehr heiß zu werden

Wir sind heute in der Satoni Den Klinik, wo wir den Patienten eine erfreuliche musikalische Stunde schenken.
Als Dankeschön sind wir ins benachbarte Restaurant eingeladen, das neben dem Gastbetrieb auch das "Catering" für die Klinik betreibt. Wir bekommen wirklich erstklassige japanische Küche serviert. Dort spiele ich gerne öfter!

Im Anschluss besuchen wir das Tottori Shi Orchester, ein Klangkörper, der aus sehr leidenschaftlichen Amateuren besteht. Unser alter Bekannter Masahiro Joman schlägt dort das Becken und ist außerdem Vorstandsmitglied. Sie werden bald nicht nur Bahms' "Erste" sondern auch die nigelnagelneue 1. Symphonie von Masahiro Joman aufführen. Leider erst im Oktober, da sind wir schon wieder zu Hause.
Wir hören ein bisschen bei der Probe zu und machen dann Werbung für unsere Konzerte. Leider gibt es während unseres Festival-Abschlusses eine Orchesterprobe (Mensch Meier Joman-San!!!), aber man interessiert sich sehr für die anderen Termine.

Ein kurzer Ausflug in drei Möbelgeschäfte: Wir kaufen eine neue Wohnzimmergarnitur. Nächsten Donnerstag kommt alles alte raus, am Freitag alles neue rein. So schnell geht das. Der nächste IKEA ist übrigens in Kobe, etwa zweieinhalb Stunden entfernt. Ich habe erfolgreich eine Fahrt dorthin und den anschließenden Lieferaufpreis verhindert.

Wir sind sehr müde, trotzdem treffen wir uns am Abend zur Karaoke. Die Barbesitzerin Aya-San ist die Mutter von Ai, einer sehr guten Freundin von Motoko. Außerdem kommt noch der Lehrer, der Motoko einst zur Oboe "überredet" hat. Dafür wird sie ihm ewig dankbar sein.
Es gibt zunächst Köstlichkeiten aus der Fritteuse. Später bestellt Motokos Lehrer eine Runde Sushi für alle; und zwar richtig gutes Sushi. Ich weine fast, weil die Teile so toll schmecken. Ich bin schon längst satt, aber ich kann nicht aufhören, bis ich fast platze.
Mein erstes Lied, wie soll es anders sein: Ueo muite aruko, das Sukiyaki-Lied.

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19. Juli - Tag 17: Kanji, Gräber, Friseure und Sanpo

Den ganzen Morgen, während die Frauen wieder einmal aktives Haus-Aufräumen betreiben, versuche ich mein kümmerliches Japanisch weiter zu entwickeln. Mit 5 Kanjizeichen bin ich angereist, inzwischen beherrsche ich schon fast 40. Ich habe mir vorgenommen, meinem Kartei-Bündel täglich 10 neue Zeichen hinzuzufügen. (Klappt natürlich nicht immer!)
Nebenbei kann ich die Lektüre des Lernbuches "Japanisch für Mangafans" nur wärmstens empfehlen! Gerade Grammatik und alltägliche Wendungen werden dort toll erklärt.

Mittags starten wir unsere Tour: Wir fahren Mutti zur Arbeit und besuchen dann die Gräber von Motokos Vater und der Oma. Bei der Gelegenheit schauen wir auch gleich bei einer entfernten Verwandten vorbei. Sie ist Meisterin der traditionellen Teezeremonie und hat mir in den letzten Jahren einen unglaublich köstlichen grünen Tee zubereitet. Dafür ist heute leider keine Zeit.

Danach müssen wir zum örtlichen Fernsehsender, um unseren Auftritt bei "Spice" am 27. zu besprechen. Wir werfen einen Blick ins Studio und sehen, wo wir uns platzieren. Aber es wird noch eine extra Mikro-Probe am Vorabend und vor der Sendung eine Durchlaufprobe geben. Bin schon gespannt!

Bild des Tages

Nach dieser aufregenden Besprechung geht Motoko erst mal zum Friseur, ich mach zu Hause ein Nickerchen und klimpere ein bisschen auf dem Klavier. Ich möchte gerne meine vielen Klavierlehrer grüßen, die alle an mir verzweifelt sind. Inzwischen spiele ich nicht gut aber wirklich gerne!

Bevor wir Onkels Kochkünste genießen dürfen, machen wir in der erfrischend kühlen Abendluft einen kleinen Spaziergang, wo auch unser heutiges Bild des Tages geschossen wurde: Mond über Tottori

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18. Juli - Tag 16: Endlich kühl!

Auch heute ein gemütlicher Vormittag ohne Verpflichtungen. Es hat nachts geregnet und ein bisschen abgekühlt. Der Wind, der durch das ganze Haus weht, hat heute einen ganz besonderen Klang.

Ich beschäftige mich den ganzen Tag mit irgendwas und nichts, Motoko geht es genauso. Am Ende schaffen wir nicht mal einen Schritt vor die Tür. Aber ausruhen muss eben auch mal sein.

Es ist inzwischen viel kühler geworden. Nachts kann man fast nicht mehr ohne Decke schlafen, wie ich das hier gerne mache. Bei nur 24 Grad Höchsttemperatur muss man sich schon warm einpacken! An dieser Stelle viele Grüße nach Deutschland;)

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17. Juli - Tag 15: Heißer Unterricht und Glücksspiele im Gymnasium

Der Tag beginnt mit viel Ruhe.
Ich schreibe meinen Blog weiter und suche einige Fotos von gestern aus, die ich als Galerie veröffentlichen möchte. Leider packt mich der Ehrgeiz und ich dringe tiefer in verschiedene Bildbearbeitungsprogramme vor, so dass der ganze schöne Vormittag wie im Flug vergeht. Egal, fürs Leben was gelernt!

Gegen drei Uhr machen wir uns auf zu Motokos Gymnasium, wo wir wieder unterrichten. Die Jungs und Mädchen wollten unbedingt nochmal Unterricht bekommen und haben sogar gefragt, ob wir nicht eine Stunde früher kommen könnten.

Leider bekommen wir heute keine klimatisierten Räume und es ist wirklich sehr heiß. Es gibt einen mobilen Ventilator. Zunächst machen wir gemeinsamen Unterricht. Dann als wir uns aufteilen, müssen wir per "Stein-Schere-Papier" um diese einzige Quelle der Erfrischung spielen. Meine Fagottistin Kaede-Chan gewinnt, wir behalten den Ventilator und die Oboisten ziehen geschlagen von dannen.

Es macht wirklich großen Spaß, diese fleißigen ungeschliffenen Diamanten ein wenig zu formen. Wobei mindestens eine meiner Fagottschülerinnen anscheinend auch gerne mal fünf gerade sein läßt, wie ich gehört habe. Trotzdem freue ich mich über die Begeisterung und rasche Auffassungsgabe meiner Schülerinnen.

Zur Erinnerung: Die SchülerInnen am Gymnasium müssen auf ihren Instrumenten weitgehend autodidaktisch üben. Instrumentallehrer kommen nur selten oder nie vorbei. Dafür sind meine Fagottistinnen schon sehr sicher und scheinen ihre Orchesterstimmen wirklich täglich zu üben. Wenn sie nur etwas mehr Einzelunterricht bekommen könnten ...!
Ziel und großes Ereignis des Jahres sind (leider nur) die nationalen Orchesterwettbewerbe, für die ständig und hart geübt wird.

Der Nachmittag geht vorüber. Wir holen die Mutti auf dem Nachhauseweg von der Arbeit ab und gehen nochmals einkaufen. Der Kühlschrank ist einfach noch nicht voll genug!
Zu Hause gibt es dann endlich meine "Spaghetti Carbonara" die wir schon lange mal machen wollten. Oishikata!

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16. Juli - Tag 14: Der Sanbutsu-ji-Tempel auf dem Mitokusan

Heute ist das Wetter perfekt: Etwas wolkig, nicht zu heiß und kein Regen zu erwarten. Wir wollen endlich die Besteigung des Mitokusan wagen, um zum "in den Fels geworfenen" Tempel zu kommen.
Meine japanische Familie warnt mich ob der gewaltigen Gefahren und Anstrengungen. Jedoch, was kann einem Alpen-gestählten bayerischen Jungen aus den Bergen (oder ganz in der Nähe von diesen) schon passieren. Schließlich machen viele diese kleine Pilgertour. Mutti bleibt lieber zu Hause;).

Nach einer Stunde Anfahrt sind wir da. Es gibt einen Schuhsohlen-Check, den ich nicht bestehe. Deshalb muss ich merkwürdige Sandalen aus Stroh und Stoff anziehen, mit denen auch die Mönche immer auf- und absteigen.

Zunächst ist der Aufstieg wirklich recht beschwerlich. Man muss oft über Wurzeln und nackten Fels klettern. Kurz vor der ersten Plattform gibt es nur noch eine Kette, an der man sich hochziehen muss. - Meine Schuhe halten besser als erwartet.

Die erste Station ist ein Holzgebäude, das einen fantastischen Rundblick erlaubt. Allerdings nicht zu empfehlen für Menschen mit Höhenangst. Es gibt nicht mal ein Geländer.
Weitere Tempelanlagen und herrliche Bambushaine säumen den Weg bis zu einer großen Glocke, mit der man sein Kommen den Göttern ankündigt. Jeder darf nur einmal läuten!

Noch ein kleines Stück, und wir dürfen endlich den im Fels hängenden Sanbutsu-ji mit dem Nageire-dō, den Thronsaal des Gottes bestaunen. Es gibt dort ein schattiges natürliches Felsplateau, das zum Rasten und Schauen wie geschaffen ist.
Nach einer kleinen Pause und ganz beeindruckt von diesem unglaublichen Ausblick kehren wir zum Fuß des Berges zurück, wo wir uns als Belohnung ein kleines Eis und Kaffe bzw. Chai-Tee gönnen.

Diese Tour wird von Mönchen noch immer gerne zu Trainingszwecken genutzt, zur Reinigung von Körper und Geist. Außerdem um die jungen Mönchsadepten fit zu machen. Heute ist der Berg mit seinem Tempel auch ein beliebtes Pilger- und Ausflugsziel, das allerdings mit dem nötigen Ernst besucht werden sollte.
Die Besteigung des Mitosukan ist tatsächlich nicht ganz ungefährlich. Hier sind leider schon einige Todesfälle unvorsichtiger Wanderer zu verzeichnen. Nur mit gutem Schuhwerk und niemals alleine darf man sich daran versuchend, weil die Wege nicht gesichert sind und an fast immer steil abfallen. Bei schlechtem Wetter sollte das niemand wagen.

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15. Juli - Tag 13: Der Tag des Meeres

Der Tag des Meeres beginnt mit heftigen Regenfällen. Das ist aber sehr angenehm, weil sich dadurch hoffentlich die drückende Schwüle der letzten Tage löst.

Wir werden um 9:30h von unserer Pianistin Mai abgeholt und fahren an der Küste entlang zur Anspielprobe ins benachbarte Aoya in die Washi Kobo Papiermanufaktur. Dieser schöne Ort Aoya ist auch der Geburtsort unseres Komponisten und Organisators des Konzerts, Masahiro Joman.

Wir machen eine kurze Anspielprobe, essen im Restaurant der Fabrik zu Mittag und geben danach unser Konzert am Tag des Meeres. Trotz der wiederkehrenden Regenfälle ist der Konzertraum voll.

Beim Konzertende lacht dann auch die Sonne wieder - wie geschaffen für ein Siegereis als Belohnung für all die Mühen. Auf dem Weg nach Hause gibt es eine sensationelle Gelaterie mitten auf dem Land, die überregional bekannt und beliebt ist. Es gibt "Rote-Bohnen-Eis, Tomateneis- Grüntee-Eis usw. Ich entscheide mich für Blaubeere, Melone und Kiwi;).

Der Tagesausklang: Angeln mit Familie Joman und ein Besuch in unserem beliebten Buffet-Restaurant

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Update: Eintrag vom 6. Juli wurde eingefügt - Zum Eintrag 6. Juli
14. Juli - Tag 12: Zweimal Angeln an einem Tag? Na klar!

Da wir gestern Abend schon etwas müde waren, wollen wir heute ganz früh los zum Angeln. Es ist morgens auch wesentlich angenehmer, weil es noch nicht so heiß ist.
Wir schaffen es etwa um 8:30h loszufahren. Motoko möchte sich ausruhen und hat zu tun. Sie bleibt zu Hause.

Mutti und ich kaufen im Angelladen einige Sachen wie Haken, Körbchen und natürlich Köder. Dann geht es zum Hafen.
Dort angekommen machen wir wieder die Runde um das halbe Hafenbecken, um die Erfolge anderer zu begutachten. Das scheint bei japanischen Anglern ein Ritual zu sein (und erinnert mich stark an meinen Kunstunterricht auf dem Gymnasium).

Wir fangen selbst an und sind halb erfolgreich: Die Fische, die wir haben möchten, kommen seltener, weil größere Fische sie vertreiben. Von den großen holen wir uns auch einige. Es ist aber mühsam, weil sie gerne von Hacken springen und die Hakenschnur - angebissen oder nicht - oft verknoten. Na gut, das Leben ist nicht immer Zuckerschlecken!

Wir lassen uns um 12h von Motoko wieder abholen. Mutti fragt, ob ich denn nochmals Lust hätte. Nochmal Angeln? Heute? Aber natürlich, klar, immer!

Der Fang des Morgens wandert sofort in die Pfanne. Nach einer kurzen Mittagspause inklusive Schläfchen starten wir zur zweiten Runde. Der Himmel ist schon bedeckt (gut für die Haut) und es Regnet zwischendurch. Leider läuft es diesmal noch schlechter. Immerhin fange ich ein sehr großes Exemplar unserer Wunschfische. Den Fang des Tages erzielt wieder einmal die Mutti.

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13. Juli - Tag 11: Rettung Nr. 2

Und wieder hat sich eine Eidechse in einer diesen verdammten Insektenfallen verfangen. Weil ich gestern so viel Zeit für die erste Eidechse investiert habe, möchte Mutti das heute selbst übernehmen. Sie möchte den Klebstoffentferner auftragen und - wie es in der Gebrauchsanleitung steht- die Eidechse dann mit einer Spachtel abkratzen.
An dieser Stelle übernehme ich wieder.

Nach Stunden ist auch diese Eidechse vom Klebstoff befreit. Sie ist müde und desorientiert und hat wohl keine Lust zu fressen. Ich Lasse sie noch etwas ausruhen und setze sie dann wieder draußen aus. Viel Glück!
Als nächstes wandern sofort alle Insektenfallen im Haus in den Müll.

Wir wollen Angeln gehen, sind aber etwas unentschlossen. Deshalb machen wir nach einer Besorgungsfahrt einen Abstecher zum Hafen, um die Fische zu sichten. Mutti macht die Runde und befragt die anderen Angler nach ihren Erfolgen.
Es sei heute nicht so gut, der Wind käme ungünstig von Süd, bekommen wir zur Antwort. Tatsächlich sehen wir nur gelegentlich einen Fang. Ein Mann jedoch holt einen richtig großen Fisch heraus. Muttis Ehrgeiz scheint geweckt zu sein. Ich merke, dass sie nun richtig Lust bekommt. Heute wird es allerdings nichts mehr!

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Liebe Leser,

an dieser Stelle muss ich mit Bedauern feststellen, dass der Blog seit fast einer Woche nicht up-to-date ist. Musikalischer und sonstiger Aktionismus, spontane Müdigkeitsanfälle und technische Probleme mögen dazu geführt haben, dass ich nur selten die Zeit für den PC fand.
Glücklicherweise habe ich über die letzten Tage handschriftliche Notizen gemacht und werde die fehlenden Einträge nach und nach rekonstruieren.

7. Juli - Tag 5: Der Tanabata-Tag

Wie immer werde ich um 5 Uhr morgens wach. Ich lese erst mal gemütlich mein erstes Buch zu ende. Leider ist es darüber schon halb neun geworden. Schnell in die Badewanne, Instrumente gepackt, Konzerthemd gebügelt und schon geht es los zur Anspielprobe im Warabekan.

Es ist Tanabata-Tag, an dem das Trio Tanabata alljährlich mit dem Warabakan-Museum in Tottori Geburtstag feiert.
Das Konzert am Nachmittag läuft sehr gut. Wir spielen das Warabekan Medley und die Musikanten im Wald. Außerdem führen wir ein neues Musik-Märchen von Masahiro Joman auf: Die Bremer Stadtmusikanten ;)
Während des Konzerts werden dann Tanabata-Wünsche geäußert und der Tanabata-Baum mit bunten Bändern und den Wunsch-Papierchen geschmückt.

Obligatorische Siegesfeier in großer Runde in unserem Lieblingsrestaurant Caprice mit besonderem Unterhaltungswert: Unsere Kollegin vom Warabekan, die das Konzert konzipiert hat, bringt ihre Singende Säge und andere nette Dinge mit. Prof. Niikura bechließt daraufhin sofort, dass wir im kommenden Jahr die Singende Säge in unser Programm aufnehmen. Er komponiert bestimmt schon etwas.

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6. Juli - Tag 4: Sowas wie Hausputz

Weil in unseren Konzertvorbereitungen bisher alles gut lief, brauchen wir heute keine weitere Probe. Ein freier Tag, an dem wir machen können, wovon wir monatelang in Deutschland geträumt haben: Hausputz!

Es gibt einen kleinen Anbau, den Motokos Großvater als Arbeitszimmer nutzte. Das Zimmer ist vollgestopft bis unter die Decke mit allerlei Sachen, die sich angesammelt haben. Wir wollen die Luftzirkulation im Haus verbessern und dem Innern mehr Licht verschaffen. Deshalb wird ausgeräumt, geputzt (ich bin für die Glasflächen zuständig) und die Insektennetze erneuert bzw. nachbestellt.

Insektennetze sind wichtige Bestandteile des japanischen Hauses. Gerade im Sommer soll viel Luft, aber möglichst wenig Getier durch die Wohnung wehen. Mücken, Käfer, Zikaden, aber auch riesige Wespen nehmen da jede Gelegenheit wahr, um ins Haus zu kommen.

Am Ende schaffen wir einen hübschen Raum, der vor allem in den Morgenstunden sehr angenehm kühl ist und auch dem benachbarten Zimmer viel Licht und Frischluft spendet. Das ist wunderbar, denn sobald die heiße Phase des Sommers nach der Regenzeit beginnt, wird es im Obergeschoß unangenehm heiß. Ohne Klimaanlage wird man nicht mehr schlafen können.

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5. Juli Tag 3: Japanische Klingen sind scharf!

Heute morgen stand ich im Bad mit Schaum vor dem Mund, einer Klinge in der Hand und einem blutigen Hals...
... und konnte nicht anders als mich vor der japanischen Rasierklingenschärfekunst zu verneigen: So viel Blut und es tat überhaupt nicht weh!

Als Fan des Einklingenrasierers (den man aufschrauben muss um die Klinge zu wechseln) hatte ich versehentlich meinen herkömmlichen Klingennachschub in den Kulturbeutel im Handgepäck verstaut. Diese wurden mir dann auch promt am Flughafen konfisziert. Schnell waren Klingen in Japan nachgekauft und ich konnte mich heute deutlich von deren Qualität überzeugen.
Ich nehme mir vor, diese Katana-scharfen Japanklingen bei der nächsten Rasur mit allen Ehren zu behandeln und wende mich dem Tagesgeschäft (Mittagessen) zu.

Eine weitere Probe im Warabekan. Prof. Niikura und Herr Joman sind auch da. Wir proben den neuen Joman: "Die Bremer Stadtmusikanten" für Erzähler, Piano, Oboe und Fagott. Dabei dürfen wir Musiker auch ein bisschen schauspielerisch tätig werden und uns außerdem ganz in die Tiere hineinfühlen. Lautstark!

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4. Juli - Tag 2: 19 Stunden Futon

Ich erwache um 16 Uhr. Das ist auch sehr gut, denn um 18 Uhr findet die erste Probe für unser Konzert im Warabekan am 7. Juli statt.
Mit einer kleinen Unterbrechung zwischen drei und vier Uhr in der Nacht habe ich also 19 Stunden geschlafen.

Beim Aufstehen bemerke ich wieder einmal den großen Unterschied zwischen unserem weichen Bett zu Hause und der Futonmatratze hier: Je länger man schläft, desto "Aua". Glücklicherweise habe ich während der letzten Woche die stabile Rückenlage kennen gelernt und wende das gleich mal an.

Wir proben mit unserer "Tanabata"- Pianistin Mai Fukuta. Wie immer ist es, als hätten wir uns erst vor wenigen Tagen und nicht vor einem Jahr zuletzt gesehen. Niikurasensei ("Kokopelli", "Die Sage") kommt hinzu und lädt uns im Anschluss ein, mit den Gründern des Ara Kanpany Kulturfests und einigen weiteren Freunden zu feiern. Die Uhr habe ich bei all den "Biru"- und Sake-Runden aus den Augen verloren.

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3. Juli - Tag 1: Unglück mit starkem bayerischen Bier

Bei unserer Ankunft am Nachmittag im Busbahnhof in Tottori werden wir von unserer Mutti Noriko und Tante Sanae abgeholt. Wir essen erst einmal bodenständig japanisch(siehe Bild).

Die Zeit danach verbringen wir mit der Einrichtung unseres japanischen Zuhauses und Begrüßungen. Leider sind in beiden Koffern jeweils eine Bierdose (Weizenbier), von denen wir jede Menge als Geschenke mitführten, geplatzt. Der Schaden hält sich in Grenzen, da die Dosen gut verpackt waren. Trotzdem müssen wir unsere Koffer und die Kleidung wegen des Bierdunstes gründlich reinigen. Um 21 Uhr falle ich nach einem leckeren Abendessen müde auf meine Futonmatratze.

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2. Juli: Reise und Ankunft in Tottori

Um 8:30h am Morgen des 2. Juli geht es los: Mit der Straßenbahn zum Flughafen, Bremen - Amsterdam, Amsterdam - Osaka Airport, von dort zum zentralen Omnibusport OCAT in Osaka, dann endlich die 3stündige Busfahrt nach Tottori, unserem -Reiseziel.
Nach insgesamt 30 Stunden Reisezeit kommen wir am 3. Juli um 14:40h japanischer Zeit an.

Bis hierhin sind wir kaum im Freien gewesen. Doch schon beim Verlassen des Flughafens in Osaka machte sich die angenehme Wärme und hohe Luftfeuchtigkeit bemerkbar: Es ist Regenzeit - bei angenehmen 25 Grad.

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